Springsteen, Bruce – Streets of Philadelphia
Michael Jackson ist der „King of Pop“; Ozzy Osbourne der „Godfather of Metal“ und Eric Clapton ganz einfach „God“ – nachzulesen in einer englischen Wikipedia-Seite über Ehrennamen in der Rockmusik.* Auch Bruce Springsteen erscheint dort – aber dass der „The Boss“ genannt wird, ist ja hinlänglich bekannt. Zum Boss wurde Springsteen übrigens, weil er seinen Bandmitgliedern die Gage immer sofort nach den Auftritten bar in die Hand drückte. Aber das ist eine Geschichte aus den 70er Jahren.
Dabei hätte Springsteen auch durchaus wegen seiner klaren Worte zum Boss ernannt werden können, zum Vordenker, zum Kritiker. Oder einfach auch zu jemandem, der einen Weg vorgibt, den man getrost mitgehen kann. Ein gutes Beispiel dafür findet sich in seinem Song „Streets of Philadelphia“. Ein Song, den Springsteen für den Film „Philadelphia“ schrieb. Ein Film, in dem es um die AIDS-Problematik geht.
„Ich war hoffnungslos zerschlagen, konnte nicht sagen, was in mir vorging. Ich konnte mich kaum selbst wiedererkennen, sah mein Spiegelbild in einem Fenster und erkannte nicht einmal mein Gesicht. Oh Mann, bist Du dabei, mich zu verlassen?
Ich schleppte mich über die Straße, bis meine Füße schwer wurden wie Stein; ich hörte die Stimme von Freunden, die längst keine mehr waren. Nachts kann ich mein Blut in den Adern wispern hören, dunkel und flüsternd wie Regen.
Da grüßt mich kein Engel, meine Kleidung passt mir nicht mehr, ich ginge tausend Meilen um aus meiner Haut herauszukommen.
Die Nacht ist angebrochen, ich fühle wie ich langsam wegdämmere. Halte mich, Bruder, mit deinem hoffnungslosen Kuss. Oder werden wir einander im Stich lassen – in den Straßen von Philadelphia.“
Ein Song über Leid, vor allem aber einer über Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. Bruce Springsteen und „Streets of Philadelphia“
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