Wishful Thinking – Hiroshima
Mal ganz ehrlich: Namen wie Roy Daniels, Terry New, Roger Charles und Brian Allen sagen selbst guten Musikjournalisten beim ersten Hören nur wenig. Wenn überhaupt, dann dauert es meistens ein paar Minuten, bis die zögerliche Nachfrage kommt: „War das nicht diese britische Band, die damals diesen einen Hit hatten? Ein typisches One Hit Wonder?“ – Korrekt! Zwar waren die Jungs 1973 unter ihrem Bandnamen „Wishful Thinking“ am Soundtrack zum britischen Musikfilm „That’ll Be The Day“ beteiligt, bei dem immerhin so illustre Stars wie David Essex und Ex-Beatle Ringo Starr mitmischten. Aber ansonsten ist die Band nur durch einen einzigen Song bekannt, allerdings einen, der es in sich hat: Hiroshima.
„Es gibt den Schatten eines Mannes in Hiroshima, wo er am Mond vorbeiflog.
Im Wunderland von Hiroshima unter dem Augustmond.
Und die Welt erinnert sich an sein Gesicht, erinnert sich, dass hier der Ort war.
Flieg den Metallvogel nach Hiroshima, den ganzen Weg mit seiner Last.
Sprich ein Zauberwort zu Hiroshima, lass den Himmel explodieren !
Die Welt erinnert sich an seinen Namen, erinnert sich, die Flamme war in Hiroshima.“
Ein trauriger, bewegender Song mit einem furchtbaren Thema: Denn, wie der Name schon nahe legt, geht es um den Abwurf einer Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima. Ein Song, der ursprünglich, 1971, als Single B-Seite erschien, floppte in England. Aber sieben Jahre später gelang „Hiroshima“ in Deutschland eine Top-Ten Platzierung – und der Song hielt sich fast ein Jahr lang in den Charts.
Ein Song, der deutlich machen will: Massenvernichtungswaffen dürfen nicht eingesetzt werden. Das Leben von Menschen ist unantastbar. Im Song geschieht das auf eindrückliche Weise: Dort gibt es nämlich noch einen gesprochenen Text, zitiert von Produzent Lou Reizner:
„Hiroshima, japanische Stadt mit 300.000 Einwohnern, hat aufgehört zu existieren am Montagmorgen um 9.15 Uhr, während sie ihren Geschäften im Sonnenschein eines heißen Tages nachging. Sie verschwand in einem gewaltigen Feuerball und einer Wolke von kochendem Rauch, ausgelöst durch die erste Atombombe in der Geschichte der Weltkriegsschrecken. – So der elektrisierende Bericht der amerikani-schen Crew, die die Bombe abwarf. Eine verhängnisvolle Warnung an die Japaner, den Krieg zu beenden oder unterzugehen. Das Ausradieren von Hiroshima, so meinte die gesamte Crew übereinstimmend, sah einen Tick brillanter aus als die Sonne.“
Eine schreckliche Meldung, der nichts mehr hinzuzufügen ist. Vielleicht gerade noch der Song: Hiroshima von Wishful Thinking.
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