Ure, Midge – If I Was
Midge Ure ist Schotte, aber gegeizt hat er noch nie. Zumindest nicht mit Songs. Die brachte er nämlich schon in den 1970er Jahren mit der Teenieband „Slik“ auf die Bühne und ein Jahrzehnt später mit Gruppen wie „Ultravox“ und „Visage“. Vor allem aber: Midge Ure war die treibende Kraft hinter den Benefizprojekten „Band Aid“ und „Live Aid“ – auch wenn heute meistens nur noch sein Kompagnon Bob Geldof damit in Verbindung gebracht wird. Midge Ure war der eigentliche Visionär! Einer, der über Gott und die Welt nachdenkt. In seinem Song „If I Was“ sogar über sich selbst. Ein Song, in dem er den Hungrigen in der Welt Nahrung geben will. Denen, die nach Gerechtigkeit dürsten, will er Liebe schenken. Und vor allem will er ganz einfach für die Menschen da sein. Ein Song, der an die Bergpredigt aus der Bibel erinnert.
Was wäre, wenn ich ein anderer wäre als der, der ich bin? Zum Beispiel ein Soldat, der seine Waffen ablegen würde, ein Seemann, der die Welt umsegelt, ein Maler, der die Welt in den schönsten Farben malt, oder ein Dichter, der seine Liebe in die herrlichsten Zeilen packt? Für Midge Ure mehr als ein Gedankenspiel. Denn in seinem Song verbindet er all diese Frage mit einer einzigen: Wenn ich dies alles tun würde – würde s i e dann zu mir zurückkehren?
Wenn ich ein besserer Mensch wäre, ließen mich meine Mitmenschen an ihr Herz? Wäre ich ein stärkerer Mann mit der Last öffentlicher Erwartungen auf mir –
Würde s i e das alarmieren? Ich wollte s i e nie verletzen!
Wie muss ich sein, um von meiner Ex wieder geliebt zu werden? Eine Frage, die sich jeder, der die Liebe eines Menschen verloren hat, selbst stellen muss. Was die Antwort in Midge Ures´ S o n g anbelangt – damit geizt der Schotte dann doch. Vielleicht, weil er erkannt hat: Wirkliche Liebe ist nicht abhängig von Äußerlichkeiten, auch nicht von „großartigen Taten“ eines Menschen. Wirkliche Liebe blickt auf innere Werte. Wirkliche Liebe ist durch keine Anstrengung der Welt machbar. Sie ist ein Geschenk, ein Geschenk Gottes, wie die Bibel sagt. Keine Belohung, keine Gegenleistung, sondern ein bedingungsloses Geschenk. Und dafür muss man keine außergewöhnlichen Leistungen vollbringen. Sondern man darf einfach sein, wie man ist. Die Frage nach dem „Was wäre, wenn“stellt sich dann nicht. Höchstens als Gedankenspiel. Midge Ure und „If I Was“.
Kommentare
Hinterlassen Sie ein Kommentar