Ramones – Poison Heart
Was machen musikbesessene junge Leute, wenn es ihre Lieblingsbands schlagartig nicht mehr gibt? Sie greifen selber zu den Instrumenten, machen ihren Lieblingssound eben selbst. So geschehen Mitte der 1970er Jahre im New Yorker Stadtbezirk Queen. Da gründeten Joey, Johnny, Dee Dee und Tommy eine Band, deren Namen die vier einfach von ihren eigenen Nachnamen ableiteten. Die Ramones.
Nachname?
Na gut, stimmt nicht. Mittlerweile weiß jeder, dass die vier in Wirklichkeit völlig andere Nachnamen hatten. Und dass auch die Vornamen „nur“ Künstlernamen sind. Und dass dieses Spielchen auch bei den späteren Mitgliedern der Band, also bei Marky, Richie, Elvis und C. J. spaßeshalber fortgeführt wurde. Wer kennt schon Jeffrey Hyman oder John Cummings? Joey und Johnny Ramone hingegen kennt jeder. Besagter Joey also war es, der später bekannte: Als die Band im Frühjahr 1974 ihre Karriere begann, spielte sie Musik für sich selbst. Eben weil ihre Vorbilder und damit deren Interpretation des Rock ’n’ Roll verschwunden war.
Alte Helden + Tempo + Lautstärke = Ramones = Punk
Also vermengten die Ramones, alles das, was sie an den Who, Stooges, MC5, Kinks, Beach Boys und anderen liebten, zu eigenen Songs. Und weil es vor allem am Anfang dann eben doch – Frevel, Frevel, ich weiß! – ein wenig an den musikalischen Fähigkeiten haperte, drehten die Ramones den Rock ’n’ Roll ihrer Vorbilder quasi durch den Fleischwolf. Oder etwas konkreter formuliert:
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Songs mit Sinn
Wer sich von derlei „Lärm“ nicht abschrecken ließ, konnte – und kann auch heute noch – eine ganze Menge Tiefgang in Ramones-Songs entdecken. Mehr als die meisten Punkbands lieferten die Ramones eine Menge Gesellschaftskritik. Ein Song wie „Poison Heart“ geht bis heute unter die Haut.
„Niemand hätte gedacht, dass er auch nur überleben würde
Ein hilfloses Kind, das immer einen Trommelschlag hinterherläuft.
Verschließe dich in einen Traum ein, der dich nicht wieder gehenlässt.
Der dich niemals lachen oder lächeln lässt. Nicht dich!“
Geht es um Depressionen? Geht es darum, dass jemand – warum auch immer – zum Außenseiter wird? Für den Moment bleibt das offen. Klar ist nur:
„An jeder Straßenecke lauern Gefahren!“
Autobiographische Züge?
Fans der Band finden im Song autobiographische Züge: Dee Dee Ramone sei als Kind ein Außenseiter gewesen, habe Erfahrungen gemacht, die der Song als die Isolation eines Obdachlosen beschreibt. Und für manch einen ist klar: Eltern, die ihre Kinder überbehüten, sperren sie in einen Käfig, der ein goldener zu sein scheint, in Wirklichkeit aber die Hölle ist. Es gibt nun einmal Menschen, die dir die Luft zum Atmen rauben; die ein Lächeln auf deinen Lippen geradewegs erfrieren lassen. Dass Dee Dee diesen Songs bei Auftritten gelegentlich – böse, böse! – seiner Ex-Frau widmete, legt nahe: Mit ihr hat er entsprechende Erfahrungen gemacht. Vielleicht war sie es, die „bleibende Eindrücke“ hinterlassen hat. Lasten, die viele Menschen in ihrem Leben mit sich herumschleppen. Ein ganzer Rucksack voller Gepäck, der letztlich dazu führt, einen endgültigen Ausweg zu suchen. Im Song scheint es nur einen Ausweg zu geben:
„Nun, ich möchte einfach aus dieser Welt gehen.
Denn jeder hat ein vergiftetes Herz.“
Mittel gegen vergiftete Herzen
Nur vergiftete Herzen um einen herum – wer kann das schon ertragen? Dagegen kann man nichts ausrichten. Da kann man nur kapitulieren.
Umso tröstlicher eine Aussage, die sich in der Bibel beim Propheten Ezechiel findet. Der schrieb schon vor über 2.500 Jahren:
„Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres. Ich beseitige das Herz von Stein aus eurem Fleisch und gebe euch ein Herz von Fleisch.“
Worte, die Gott durch den Propheten an alle Menschen richtet. Ein Versprechen, das besagt: Wer an Gott glaubt, bleibt nicht in der Trostlosigkeit seines Lebens stecken. Gott verändert, die Liebe Gott macht aus jemandem, der sein Leben nicht mehr ertragen kann, einen Menschen, der gerne und freudig lebt.
Erster Schritt: Bewusstmachung
Zugegeben: Im Alltag ist davon nicht immer etwas zu spüren. Und erst recht nicht sofort. Wer allerdings fest davon überzeugt ist, dass Gott auf diese Weise Beistand leistet, dessen Leben verändert sich trotzdem. Und wenn nur das Glas nicht mehr halbleer erscheint, sondern tatsächlich halbvoll. Eine „göttliche Herztransplantation“ ist eine gute Ausgangsposition für weitere Schritte. Schritte, die zeigen: Gegen vergiftete Herzen kann man mit Gottes Hilfe eine Menge ausrichten.
Im Ramones-Song ist davon allerdings nichts zu spüren. Da bleibt die Welt dunkel, bedrohlich und wenig lebenswert. Und dennoch tun die Ramones das, was Musiker immer tun, wenn sie einen Umstand beschreiben: Sie wecken den Mut, sich gegen das Negative aufzulehnen und es zu bekämpfen.
Die Ramones und „Poison Heart“
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