Men At Work – Down Under
Was für ein Land! Die Frauen sind allesamt ständig heiß, die Männer alle Ganoven. Das Bier fließt in Strömen, und die Kerle kotzen den lieben langen Tag. „Down Under“ nennt die Band „Men At Work“ ihren Song. Namensgeber ist Australien, Heimat der Band und ungefähr auf der gegenüberliegenden Seite der Weltkugel. Unten eben! Daher dieser „Kosename“. Und der Song… ist durch und durch merkwürdig!
„Ich fuhr mit meiner Schrottkarre auf einem Hippieweg, den Kopf total zugedröhnt.
Da traf ich eine Frau, die mich nervös machte. Sie lud mich zu sich ein,
machte Frühstück und fragte dann: Kommst du von Down Under?
Daher, wo die Frauen glühen und die Männer das Land ausplündern?“
In der zweiten Strophe berichtet Sänger Colin Hay von einem Kleiderschrank von einem Kerl. Der verkauft ihm in Brüssel eine australische Spezialität, nämlich ein Brötchen mit Hefeaufstrich. Und der erzählt ihm, dass er von Australien stammt, wo eben das Bier in Strömen fließt und die Männer, na ja, eben kotzen.
Spätestens jetzt sollte jedem klar sein: Der Song „Down Under“ steckt voller beißender Ironie, ist nicht wörtlich zu nehmen. Die Männer von der anderen Seite des Erdballs wehren sich dagegen, dass Australien seinen besonderen Reiz verliert. Immer noch plündern die weißen Machthaber die Ureinwohner aus. Sie rauben ihnen ihr Land. Und die Weißen leben ihr Leben, aber das ist orientiert an Oberflächlichkeiten. an oberflächlichen Dingen orientiert. Men At Work befürchten den Ausverkauf alter Traditionen und Werte – genau die Dinge, die bei uns die Sehnsucht nach dem fernen Kontinent wecken. Insofern gehört „Down Under“ in eine Reihe mit Born in the USA von Bruce Springsteen – Songs, die voller Patriotismus von ihrem Land schwärmen. Und Verantwortung übernehmen. Verantwortung für das Land, die Menschen, die Tiere und Pflanzen, die Lebensgewohnheiten… und die Eigenheiten. Wenn man so will, dann ist das biblischer Schöpfungsauftrag auf australisch.
Kein Wunder, dass „Down Under“ für viele Australier die tatsächliche Nationalhymne ist. Eine, mit einem kleinen Schönheitsfehler: Denn das charakteristische Flötensolo haben „Men At Work“ selbst geklaut: aus einem australischen Kinderlied. Das hatte eine Lehrerin geschrieben, als ihr auf dem Weg zur Kirche das Schnattern eines australischen Vogels aufgefallen war…Hier sind Men At Work und „Down Under“.
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