Kansas – Dust In The Wind
Was will man mehr? Nach drei erfolglosen Alben endlich eine Hitsingle, ratz-fatz ins Studio, eine neue LP eingespielt – fertig. So ging es der Band Kansas, die sieben Jahre lang auf „Carry On Wayward Son“, ihren ersten Hit, warten musste. Da könnte man eigentlich ausruhen. Aber tatsächlich passiert das Unglaubliche: Kerry Livgren macht zu Hause gemütlich ein paar Fingerübungen an der Gitarre, seine Frau meint, da müssten ein paar Textzeilen dazu – und dann kommt Livgren ins Studio und hätte gern noch einen weiteren Track auf dem neuen Album. Text und Titel dafür hat er aus der Dichtung indianischer Ureinwohner. Die Zeile, die ihn am meisten bewegt: „Alles, was wir sind, ist ein Staubkorn im Wind.“ „Dust in The Wind“ – der größte Kansas-Hit aller Zeiten.
Ich schließe meine Augen, nur für einen Augenblick, und der Augenblick ist vorbei
Alle meine Träume spielen sich vor meinen Augen merkwürdig ab.
Das gleiche alte Lied: Nur ein Wassertropfen in einem endlosen Meer.
Alles, was wir tun, zerbröselt am Boden. Aber wir wollen es nicht (ein)sehen:
Staub im Wind – alles, was wir sind, ist Staub im Wind.
Aus Büchern von Hermann Hesse, aus dem Zen-Buddhismus und vor allem aus der Bibel holt sich Kerry Livgren die oftmals tiefen Weisheiten seiner Kansas-Songs. Das wird auch im Refrain von „Dust in the Wind“ deutlich:
Jetzt, warte nicht. Nichts bleibt für immer, außer der Erde und dem Himmel.
Es schwindet dahin, und all dein Geld wird keine weitere Minute kaufen können.
Erinnert an den Evangelisten Matthäus, der rund 2000 Jahre zuvor textete: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Rost und Motten sie zerstören. Sammelt euch Schätze im Himmel. Denn wo dein Schatz ist, da ist dein Herz.“
Im Oktober sind Kansas auch in Deutschland wieder auf Tour. Nicht mehr dabei ist Kerry Livgren, der längst einer Gruppe wiedergeborener Christen angehört. Aber immer noch im Gepäck haben Kansas ihren größten Hit: Dust In The Wind.
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