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Golden Earring – Buddy Joe

Allerheiligen und Allerseelen – mit diesen katholischen Festen hat der Winter endgültig begonnen. Feste, an denen man sich an Menschen erinnert, die nicht mehr leben. Menschen, die für ihre Überzeugungen gestorben sind. Oder einfach Menschen, die als Vorbild dienen können. Von denen erzählt man in diesen Tagen dann besonders viel. Und manchmal klingt das alles wie ein Märchen.
So eine Geschichte tischte bereits 1972 die Formation Golden Earring. Ein Märchen aus Holland, das aber gar nichts mit Tulpen aus Amsterdam, Holzschuhen oder Käse zu tun hat. Ein Märchen, das auch gar nicht mit „Es war einmal“ beginnt – und eines, das kein Happy End hat.

„Lass mich dir von Buddy Joe erzählen. Der kam von Mexiko, die Taschen voller Gold.
´Irgendwas zu verzollen? Sicher, das du nichts hast? Wenn da doch was ist, dann sag nicht, dir wären die Konsequenzen nicht bekannt gewesen.´“

Wer in seinem Leben auch nur einen einzigen Western gesehen hat, wird unweigerlich an Überfälle auf Goldgräber erinnert. So einer wird Buddy Joe vor dem geistigen Auge des Plattenhörers. Auf beiden Seiten des Grenzflusses hat er geschürft. Nicht wegen des Geldes, sondern wegen des Goldes, formulieren Golden Earring vieldeutig. Natürlich wird das Gold gefunden. Aber Buddy darf nicht gehen. Buddy Joe findet den Tod.

Nicht wegen des Geldes, sondern wegen des Goldes – vielleicht der Schlüssel für eine ganz tiefe Botschaft in dieser Wild-West-Geschichte. Es geht wohl eben nicht um materiellen Reichtum, Reichtum, sondern um tiefere Werte. Schönheit des Metalls, vielleicht sogar übertragen um so etwas wie Anstand, Gerechtigkeit. Wo die aber mit den Füßen getreten wird, da bleibt der Mensch auf der Strecke. En Song zum Nachdenken – gerade im Umfeld von Festen, an denen eh an die verstorbenen Helden des Alltags gedacht wird. Golden Earring und Buddy Joe.

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