Byrds, The – Turn, Turn, Turn
Um Roger McGuinn, Gründer der legendären Byrds, ranken sich viele Geschichten. Eine davon: Als er im Beatles-Film „A Hard Day´s Night“ sah, wie George Harrison auf einer 12-saitigen Rickenbacker-Gitarre spielte, war McGuinn hin und weg. Sofort kaufte er sich eine Rickenbacker 360/12 – und übte, bis die Fingerkuppen bluteten. Und galt fortan als bester Rickenbacker-Gitarist der Welt. Eine andere Geschichte dreht sich um einen der größten Byrds-Hits aller Zeiten, nämlich um Turn Turn Turn.
Ursprünglich stammt der Song vom Folk- und Protestsänger Pete Seeger, seit Bruce Springsteens Tribute-CD wieder hoch im Kurs. Seegers Verleger wollte vor 50 Jahren endlich einmal etwas anderes zu hören bekommen als Folksongs. Seeger reagierte beleidigt, behauptete, er könne gar nichts anderes schreiben. Trotzdem blätterte er in seinem Notizbuch und fand ein paar Zeilen, die er schon Jahre zuvor notiert hatte: Zeilen aus der Bibel. Seeger war kein besonders religiöser Mann. Aber die Inhalte aus dem Buch des Predigers, die dem weisen König Salomon zugeschrieben werden, hatten ihn tief bewegt. Und so heißt es in Seegers Song frei übersetzt:
Es gibt für alles eine besondere Zeit unter dem Himmel,
eine zum Geboren werden und eine zum Sterben, eine zum Pflanzen und eine zum Ernten.
Es gibt eine Zeit zum Töten und eine zum Heilen, eine zum Lachen und eine zum Weinen;
eine Zeit zum Aufbauen und eine zum Einreißen, eine zum Tanzen und eine zum Trauern;
eine Zeit, um Steine auseinander zu reißen, und eine, um sie zusammenzufügen.
Die biblische Vorlage fordert dazu auf, in seinem Leben einen Sinn zu suchen. Unser Leben ist uns von Gott geschenkt, so der biblische Autor. Zufriedenheit, Friede und Glück sind Geschenke Gottes, die wir genießen sollen, können und dürfen. Auch dann, wenn uns immer mal wieder das Schicksal straft. Das biblische Buch fordert, Gott zu lieben, seine Gebote zu achten, das ganze Leben Gott anzuvertrauen. Eine Aussage, die Pete Seeger ganz tief unter die Haut ging. Kein Wunder, dass dieser Song später in etlichen Filmen über den Vietnam-Krieg Verwendung fand, so auch in Forest Gump. In der Version der Byrds, die 1965 „Turn Turn Turn“ zum Hit machten.
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