AC/DC – Highway to Hell
In der letzten Woche spielten sie vor einem auserwählten Kreis von Journalisten – „nur schlappe 3.000“ Pressevertreter waren in einer Halle, die rund 15.000 Besucher fasst. Was die sahen, war eine rund 80 minütige Show von AC/DC. Und seitdem ist klar: Er rollt wieder, der Rock´n´Roll Train. Genau so nennen AC/DC ihre neue Single, auf die Fans fast eine Ewigkeit gewartet hatten. Warten werden wohl viele Fans auf Konzerttickets, und zwar vergeblich. Denn die Tickets für die Deutschlandtour der Band waren nach 12 Minuten quasi ausverkauft.
Zum Trost gibt es wenigstens ein neues Album. Das letzte erschien vor acht Jahren – eine Zeit, in der andere Rockbands längst in Vergessenheit geraten sind. Nicht so AC/DC. Denn Songs wie „Hells Bells“ oder „Highway To Hell“ sind „unsterblich“ – zumindest in der Sprache der Rockmusik.
AC/DC weiß, wie man sich – im Sinne der Rockmusik – unsterblich macht, sprich: immer wieder in Erinnerung ruft: Man entfacht einen Pressehype. Begonnen hat das schon mit dem Namen: „Anti Christ Dead Christ“ – „Gegen-Christus, toter Christus“ bedeute der, also nichts anderes als Satan. Das behaupteten zumindest fundamentalistische Christen. Nicht schlecht, aber soviel Phantasie hatten die Hardrocker leider nicht. Denn tatsächlich stammt der Name von Margret, einer Schwester der AC/DC Mitglieder Angus und Malcolm Young. Die hatte auf Mamas Nähmaschine die Aufschrift „AC/DC“ gesehen. Jeder englische Schuljunge weiß, dass dies die Abkürzung von „Alternating Current / Direct Current“ ist. Auf Deutsch: Wechselstrom / Gleichstrom. Margret war der Meinung, dass die Musik der Band schon etwas mit „unter Strom stehen“ zu tun habe, der Name also passend sei. Und sie hatte Recht.
Pressehype Nummer zwei. Die Jungs singen immer wieder von Hölle und Satan, sind also so etwas wie musikalische Teufelsanbeter. Sänger Brian Johnson wird sich eins grinsen, und vielleicht an seine Vergangenheit im Kirchenchor zurückdenken. Pass also nicht! Und an Charity-Veranstaltungen wie Johnson in seiner Heimatstadt Newcastle nimmt man als Satanist auch nicht teil.
Zugegeben, die Texte sind schon heftig. Aber sind sie nicht auch ein Stück Selbsterkenntnis? Wer schon erkennt, dass er ohne Geschwindigkeitsbegrenzung sein Leben lebt und dadurch auf dem Weg in die Hölle ist – so die Band in Highway To Hell – , der hat in Wirklichkeit bereits einen Fuß auf der Bremse. Und die Textzeile „Hey, Satan, ich habe meine Schuldigkeit getan“, kann nur jemand ernst nehmen, der den Teufel höher ansiedelt als es ihm gebührt, vielleicht sogar auf eine Stufe mit Gott stellt. So ein Denken macht den Teufel im Kopf von Menschen überhaupt erst mächtig. Anders bei AC/DC. Denn in ihren Texten wird deutlich: Sie nehmen Satan und Hölle nicht wirklich ernst – zumindest nicht in d e n Bildern, in denen die uns immer wieder vermittelt werden. Und vor diesen B i l d e r n muss man nun wirklich keine Angst haben. Im Gegenteil: Wer wirklich auf Gott vertraut, der kann sich über Satan lustig machen… und auch über ihn singen. Sowie AC/DC mit Highway To Hell.
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