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26. Januar, Gründungstag der Pfadfinder

Momentaufnahmen, kurze Episoden in den Medien, flüchtige Eindrücke – und alles rauscht einfach vorbei? „Auch das noch“ zeigt die Skripte (leicht überarbeiteter) Rundfunkbeiträge aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Manche wurden sogar speziell für Heaven On Air geschrieben. Frei nach dem Motto: einfach mal einen Moment innehalten.

26. Januar, Gründungstag der Pfadfinder

Tick, Trick und Track – mit den kleinen Neffen von Donald Duck bin ich groß geworden. Die waren witzig, intelligent und sogar pfiffig genug, um ihrem stinkreichen Onkel Dagobert Duck ein kleines bisschen Geld aus der Tasche zu ziehen – wenigstens ab und an. Dazu hatten die drei Kleinen immer kluge Lebensweisheiten parat: Zum Beispiel die, jeden Tag eine gute Tat zu tun. Erst Jahre später wurde mir klar, dass das das Motto der Pfadfinder ist. Und weil die heute vor 113 Jahren ihren Siegeszug rund um die Welt begannen, fielen mir auch die drei Neffen von Donald Duck wieder ein.

Ausgerechnet ein ehemaliger General startete die Pfadfinderbewegung. Im Sommer 1907 veranstaltete Robert Baden-Powell, des Heldentums müde, etwas, das als ein erstes Pfadfinderlager bezeichnet werden kann: Auf der Insel Brownsea im Hafengebiet von Poole, also im Süden Großbritanniens, versammelte er Jungen aus allen sozialen Schichten. Auf Dauer sollten sich junge Menschen unterschiedlicher Nationalitäten beteiligen. Sein Ziel: Die Jugendlichen sollten sich kennenlernen und voneinander wissen – von ihren unterschiedlichen Sitten und Gebräuchen, ihren Religionen, ihren persönlichen Lebensweisen. Miteinander zu tun haben, von den Fremden wissen, um sie verstehen und auch akzeptieren, zumindest aber respektieren zu können – damit wollte Baden-Powell in Zukunft Kriege verhindern. Seine Ideen stellte der Kriegsveteran in einem Buch vor, das am 26. Januar 1908 erschien. Wenn man so will, ist das die Geburtsstunde der Pfadfinder, selbst wenn es bis zum ersten internationalen Pfadfindertreffen dann doch noch ein paar Jahre dauerte: Erst 1920 fand dies in London statt, dann aber gleich mit der Gründung der „Weltkonferenz der Pfadfinder“.

Damals wie heute gehören die Zeltlager, das gemeinsame Kochen, natürlich auch Lagerfeuerromantik und Geländespiele dazu, dies alles in direkter Tuchfühlung zur Natur. Und selbstverständlich beherrschen die Pfadfinder als richtige Naturburschen auch ganz spezielle Knoten, selbst wenn sie „nur ganz selten einmal“ ein wildes Tier damit an den Baum fesseln müssen. Da hört die Pfadfinderromantik dann doch wieder auf. Oder sie verändert sich: Denn

zur obligatorischen Schnitzeljagd benötigen sie nicht mehr unbedingt Karte und Kompass – neuerdings dürfen auch elektronische Navigationsgerät helfen. Zumindest manchmal! Trotzdem: Achtung vor der Natur zu entwickeln und sich in Gruppen einzufügen – das geschieht bei einer zünftigen Pfadfinderfreizeit quasi so nebenbei.

Vermutlich hatte sich Baden-Powell nicht träumen lassen, dass aus seiner Idee innerhalb weniger Jahre die größte Jugendbewegung der Welt würde. Denn heute sind rund 25 Millionen Pfadfinder weltweit registriert. Günther Jauch, Queen Elisabeth, Harrison Ford, David Beckham und Paul McCartney – sie alle sind oder waren Pfadfinder. Und sie akzeptierten mit ihrem Beitritt die drei Grundpflichten, die Baden-Powell bei der Gründung der Bewegung formulierte: Pflichten gegenüber Gott, den Dritten und gegenüber sich selbst. Getreu diesen Pflichten gilt bis heute: Pfadfinder sollten möglichst jeden Tag eine gute Tat tun. Und im Bedarfsfall ihr Versprechen halten, nämlich ihren Mitmenschen über alle Grenzen hinweg zu helfen. Ein Versprechen von 25 Millionen also. Und natürlich von Tick, Trick und Track.

Würde jeder Mensch, also auch jeder Nicht-Pfadfinder zumindest versuchen, dieses Ziel zu erreichen – die Welt würde jeden Tag ein kleines bisschen besser.

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